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...was mich bewegt:


Der Du die Wälder färbst,

sonniger, milder Herbst,
schöner als Rosen blühn,
düngt mir dein sanftes Blühn.
Nimmermehr Sturm, Drang,
nimmermehr Sehnsuchtsklang.
Leise nur atmest Du
tiefer Erfüllung ruh.

Ferdinand von Saar (1833-1906)


Und wo ist die Ernte, was bringe ich ein am Ende meiner Tage?
Meine Arbeit hat ihren Ertrag gebracht, gewiss,
aber ich rede nicht von Leistung, Ernte ist anders!
Ernte wird nicht gemacht, sie wächst, sie gedeiht, sie reift und wird eingebracht.
Sonne und Regen des Himmels schaffen sie.
Meine Ernte ist also nicht, was ich meinen Kindern vererbe,
sondern das, was aus mir selbst geworden ist in der langen Zeit.
Nur mich selbst werde ich mitnehmen auf den letzten Weg.
Eben das aber, was ich selbst geworden bin, sehe ich nicht.
Es wächst sozusagen hinter meinem Rücken.
Wie auf alten Bildern oft hinter dem Rücken des Menschen ein Zweig oder ein Baum steht.

Jörg Zink (1922)


Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg Deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage die letzte Süße in den Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)


Ich würde Jahrtausende lang die Sterne durchwandern,
in alle Formen mich kleiden,
in alle Sprachen des Lebens,
um dir einmal wieder zu begegnen.

Friedrich Hölderlin (1770-1843)


Septembermorgen
Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen.
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt
herbstkräftig die gedämpfte Welt
im warmen Golde fließen.

Eduard Mörike